Karl Arnold entschloss sich 1906 zur Herstellung von Blechspielwaren. Anfangs wurden die Spielzeuge noch handlackiert, ab 1910 lithographiert. Sein Erfindergeist ließ ihn technisch wohldurchdachte, originelle Neuheiten entwickeln. Bereits 1923 meldete er das Patent für einen funkensprühenden Feuerstein an, mit dem er großen Erfolg hatte. Bis zum Jahr 1928 war die Zahl der Beschäftigten von 9 auf 250 gestiegen. Antriebsmodelle, Dampfer, Unterseeboote, Figuren und Zeppeline wurden nun produziert. Zwei weitere Betriebsstätten in Nürnberg entstanden. Während des zweiten Weltkrieges wurden die Fabrikgebäude sehr stark beschädigt. Ein Zweigwerk in Mühlhausen/Oberpfalz wurde aufgebaut, so dass bereits im November 1945 die Produktion, vorerst jedoch nur von Beschlägen, wieder aufgenommen werden konnte. Nach dem Tod des Seniorchefs 1946 übernahm dessen Schwiegersohn Max Ernst, der seit 1935 in der Firma tätig war, die Leitung des Betriebes. Es gelang ihm, das Unternehmen in seinem vor dem Krieg erreichten Umfang wiederaufzubauen. Neue Ideen, wie beispielsweise die Kurbelfernsteuerung, bildeten die Grundlage für den erneuten Welterfolg der Firma Arnold. Zu den größten Verkaufsschlagern zählten das Funklenkrad und der fliegende Hubschrauber.
Die Schaffung verkaufsfördernder Spezialverpackungen für die einzelnen Erzeugnisse geht ebenfalls auf Max Ernst zurück.
Mit der Einführung der elektrischen Eisenbahnen in Spur N, die Arnold 1960 unter der Marke Rapido herausbrachte, kam es zu einer Umstellung des bisherigen Sortimentes. Von diesem Zeitpunkt an bildeten sie den Schwerpunkt des Spielwarenprogramms. Durch die Kooperation mit einer französischen Firma wurde ein Teil der ehemaligen Arnold-Modelle in Frankreich unter der Marke Arnold-France weiterhin produziert. 1995 ging die Firma in Konkurs, der Modellbahnbereich wurde an Rivarossi spa, Como, verkauft. Die Verwaltung wurde von Nürnberg zum Werk nach Mühlhausen verlegt.
(Aus: Alfred Kraus, Dominique Kunze: “Deutsches Blechspielzeug nach 1945″)